Die Klarinette zählt zu den Instrumenten mit dem grössten klanglichen Spektrum hinsichtlich Dynamik und Tonhöhe. Die grösste Aufmerksamkeit erfuhr sie während der Klassik, sowohl in Solopartien in Konzerten als auch als Kammermusikpartner und Orchesterinstrument. Erst im 20. Jahrhundert erklang die unbegleitete Solostimme in ihrer ganzen Klangvielfalt. Unter den Komponisten, die solche Werke schufen, ragen zwei Persönlichkeiten hervor, die das musikalische Denken der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundlegend prägten: Luciano Berio und Pierre Boulez. Anlässlich ihres 100. Geburtstags umfasst diese Aufnahme das Gesamtwerk ihrer Soloklarinettenmusik. Berio und Boulez suchten nach neuen Wegen, Musik in Zeit und Raum zu ordnen, und beide liessen sich von der Poesie inspirieren. Boulez bringt ihr Streben symbolisch zum Ausdruck: „Dies muss unser Anliegen sein … die Vorstellung eines Werkes als einer einfachen Reise aufzugeben, die mit einem Aufbruch beginnt und mit einer Ankunft endet.“ Berios Idee „polyphoner Musik für ein monophones Instrument“ wurde unter anderem von Werken J. S. Bachs inspiriert. Eines davon, die Partita a-Moll für Flöte solo, ist auf dieser Aufnahme in Kontrast zur Moderne des 20. Jahrhunderts zu hören. Der Klarinettist Marek Švejkar ist Premier-Prix-Gewinner des renommierten Conservatoire National Supérieur de Paris und Preisträger internationaler Wettbewerbe, unter anderem im deutschen Markneukirchen und im italienischen Carlino. Er trat als Solist mit der Tschechischen Philharmonie und mit Jirí Belohlávek auf und studiert nach seinem Studium an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker derzeit an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom bei Alessandro Carbonare. Der elitäre Kreis europäischer Klarinettisten ist nun für Marek Švejkar erreichbar.
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