„Unterschiedliche Herkunft zu haben, ist ein Gewinn. In einem mehrsprachigen Umfeld aufzuwachsen, fördert die kognitive Flexibilität… Ich hatte das Glück, zwischen Rumänien und Deutschland zu leben“, sagt Konstantin Krimmel. Gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter Ammiel Bushakevitz, der ebenfalls „gemischter Herkunft“ ist, wollte er die Komponisten Johannes Brahms (1833–1897) und Eusebius Mandyczewski (1857–1929) zusammenbringen, die sich Ende der 1870er-Jahre in Wien kennengelernt hatten und eine tiefe Freundschaft verband: auf der einen Seite der etablierte Komponist aus dem fernen Hamburg, Schöpfer von fast 200 Liedern und Vokalwerken; auf der anderen Seite der junge Student aus der fernen Bukowina, Sohn eines orthodoxen Priesters, der mütterlicherseits Rumänisch und väterlicherseits Ukrainisch sprach und Schüler eines Mendelssohn-Schülers war. Seine achtzehn Rumänischen Lieder erschienen 1885 in einer zweisprachigen rumänisch-deutschen Ausgabe mit Texten von Vasile Alecsandri (1821–1890), „einem grossartigen Dichter, der in einem sehr ausdrucksstarken Stil und in enger Verbundenheit mit der Natur schrieb. Eine Natur, die ich liebe und aus der ich für jedes Konzert Inspiration schöpfe“, so Krimmel. Sie werden hier erstmals in ihrer Originalsprache, Rumänisch, aufgenommen. Die beiden Komponisten verbindet die Liebe zu Schubert – Mandyczewski war der erste Herausgeber seiner gesammelten Werke –, die Faszination für Volkslieder und die Vorliebe für Melancholie, die das gesamte Programm durchdringt.
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