Der 1975 in Budapest geborene und in Deutschland lebende Komponist Márton Illés studierte bei Detlev Müller-Siemens und Wolfgang Rihm. 2020 komponierte er das Violinkonzert „Vont-tér“ für Patricia Kopatchinskaja, eine langjährige Weggefährtin, die seine Musik mit vollem Engagement interpretiert: „Sie vermittelt den Eindruck, dass Musik greifbar, wahrhaft dreidimensional sein kann, so dass man sie beinahe berühren könnte, dass jede Geste ihre eigene Farbe, Temperatur, ihren eigenen Geruch, ihren eigenen Geschmack hat“, sagt Illés. „Sírt-tér“, „Raum voller Tränen“, ist ein Cellokonzert: „Ich lasse es stöhnen, heulen oder gar hysterisch brüllen, um die stimmlichen Qualitäten herauszuarbeiten, die menschlichen Schmerz vermitteln können.“ Mit Nicolas Altstaedt habe er „den idealen Interpreten gefunden, der das dunkle Drama dieses Themas mit existenzieller Intuition erfasst und ihm eine urtümliche Kraft verleiht.“ Rajzok I beinhaltet das Stimmen der Saiten von 24 Instrumenten in unterschiedlichen Vierteltonabständen. Eine höchst ungewöhnliche und faszinierende totale Scordatura… In Three Sketches verschmilzt elektronische Musik mit dem Klang der Violine und vervielfacht so die Empfindungen und Klangtexturen. Fasziniert von der menschlichen Psyche und den Prozessen, die sich im menschlichen Körper abspielen, entwickelt Illés Musik, die lebt, spricht und atmet.
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